Aktuelle Exponate

Ein Auswahl unserer aktuellen Exponate


  • Herrengrunder Gefäße

    In dieser Vitrine der bergmännischen Schatz- und Wunderkammer im Bergbau- und Gotikmuseum Leogang sieht man einige der berühmten Herrengrunder Kupfergefäße.

    Gefertigt aus sogenanntem Zementkupfer, einem Zwischenprodukt bei der Gewinnung von Kupfer aus kupferarmen Erzen, wurden diese seltenen Kostbarkeiten nach dem Ort Špania Dolina, zu deutsch Herrengrund, wenige Kilometer nördlich von Banská Bystrica im slowakischen Erzgebirge, benannt.

    Hier entdeckte man im lokalen Kupferbergwerk 1605 eher zufällig den Vorgang der Zementation: werden Eisenstücke in Kupfersulfat-reiche Bergwässer gelegt, fällt durch Ionenaustausch elementares Kupfer aus. Man hielt das damals für ein Wunder und das dabei entstandene Zementkupfer wurde von Silber- und Kupferschmieden der Region zu allerlei Gefäßen verarbeitet, die anschließend feuervergoldet, zumeist mit eingravierten Sprüchen versehen und manchmal mit kleinen silbernen Bergbausymbolen ausgestattet wurden.

    Die Herrengrunder Kupfergefäße sind heute seltene und gesuchte montanhistorische Kostbarkeiten.


  • Bittgangskreuz aus Silber

    Bei dem hier dargestellten Standkreuz handelt es sich um ein Kreuz aus Silber mit Repunzen aus den Jahren 1805 oder 1809.

    Als Punzen werden Stempelzeichen auf Gegenständen aus Metall bezeichnet, meist zur Beglaubigung des Edelmetallgehalts. Von einer Repunze spricht man, wenn zum eigentlichen Stempelzeichen ein weiteres hinzugefügt wurde. Das nochmalige Punzieren des jeweiligen Gegenstandes stand meistens im Zusammenhängen mit gesetzlichen Vorschriften.

    Das Kreuz besitzt einen achtteiligen Fuß, gepunzt durch eine doppelte Repunze im Rhombus, jeweils ein großes “C“ umschließend und eine weitere Punze mit einer „8“ für 8-lötiges Silber. Ebenfalls eine Punze gekreuzte Schlüssel darstellend. Am Fuß des Kreuzes ist die Inschrift „1450“ in gotischen Ziffern zu sehen.

    An der Vorderseite des Kreuzes laufen die vier Enden der oberen Hälfte jeweils im Dreipass aus, ein häufiges Stilelement der Gotik, das aus drei nach außen weisenden Kreisbögen mit gleichen Radien, die einem Kreis eingeschrieben sind, besteht.

    Links und rechts finden wir die Einzelbuchstaben „F“ und „H“, vermutlich die Initialen des einstigen Besitzers. Am oberen Ende befindet sich die Inschrift „I H . C R O S“ die Abkürzung für „Jesus Christus“.

    Über einem Reliquienfenster in Form eines Deutschordenkreuzes befindet sich die Inschrift „INRI“, „Jesus von Nazareth, König der Juden“. Den Dreipass des unteren Endes ziert ein schwarzes, wolfartiges Tier in einem Wappen. Der Ring am oberen Ende diente einst für das Anbringen eines Befestigungsbandes, damit das Kreuz im Zuge eines Bittganges nicht zu Boden fallen konnte.

    Die Rückseite zeigt in Gravur den Heiligen Christophorus mit dem Jesusknaben, sowie einen heraus nehmbaren Kreuzpartikel unter Bergkristall mit dem Wappen eines unbekannten Bischofs.

    In der Bodenplatte findet sich die Inschrift „Gefäss, in welchem die von Rom ausgestellte Authentik dieses Partikels vom HL Kreuze unseres Jesu Christi zu finden ist“. Als Authentik bezeichnet man das von einem Biscof beglaubigte Echtheitszertifikat einer Reliquie. Der Fuß des Standkreuzes ist hohl, vermutlich war darin einst die heute verschollene Authentik zu finden.

    Das Bittgangskreuz stammt aus der Sammlung Margarete Sperl. Es handelt sich hier um eine Schenkung von seiner Magnifizenz Hofrat Dr. Phil. Günther Georg Bauer aus Salzburg.


  • Flügelaltar Sammlung Frey

    Ein besonders wertvolles Exponat im Gotikraum des Bergbau- und Gotimuseums Leogang ist der Flügelaltar aus der Sammlung Frey. Er wurde vom Freundeskreis des Museums 2008 als erster Teil der Sammlung Frey erworben und an das Museum verliehen. Carl von Frey (1826-1896) war ein erfolgreicher Geschäftsmann und trug in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die größte private Gotiksammlung Salzburgs zusammen.

    Der Altar ist vermutlich um 1520 in Niederbayern entstanden. Schrein, Predella und Altarflügel sind aus Fichtenholz, die Skulpturen aus Lindenholz. Die Altarflügel sind beidseitig bemalt. Die Innenseite zeigt die Heilige Barbara und die Heilige Margarethe, jeweils auf goldenem Brokathintergrund. Die Außenseite zeigt die Verkündigung an Maria. Darunter sind auf der Predella Jesus mit Segensgestus und Weltkugel sowie die 12 Apostel zu erkennen.

    Das Retabel, der Schrein, ist in fast originalem Zustand erhalten geblieben. Auf dem Figurenpodest in der Mitte steht erhöht Maria mit dem Jesuskind, zu ihren Füßen die Mondsichel. Zur linken und rechten Seite der Gottesmutter stehen die Heilige Maria Magdalena und die Heilige Katharina.

    Maria entspricht dem Typus der apokalyptischen Madonna, die goldenen Strahlen auf der Rückwand des Schreins symbolisieren die Sonne. Mit der rechten Hand trägt Maria das lebhafte, mit gekreuzten Beinen aufrecht sitzende Jesuskind, das beide Arme der Mutter entgegenstreckt. In der rechten Hand hält die Madonna eine Frucht, nach der das Kind zu greifen versucht.

    Das Gewand der Mutter besteht aus einem unterhalb der Brust gerafften goldenen Kleid mit rundem Ausschnitt und goldenen Ärmeln. Über die Schultern ist ein goldener Mantelumhang gelegt, dessen blaues Innenfutter durch die kunstvolle Draperie, den Faltenwurf, sichtbar wird.

    Stegfalten fallen in langen Bahnen in Richtung Sockel. Das ovale, ebenmäßige Gesicht mit der hohen Stirn wird von offenen Haarsträhnen umrahmt, welche lose über die Schulter fallen. Auf dem Kopf trägt die Madonna eine Blattkrone.

    Die Heilige Katharina, auf dem Ehrenplatz zur Rechten der Gottesmutter, hält in der linken Hand das Schwert, zu Füßen liegt als Symbol ihres Martyriums ein zerbrochenes Rad. In der rechten Hand präsentiert ein offenes Buch präsentiert. Auf dem Kopf trägt die Heilige Katharina eine einfache goldene Krone, die üppigen Falten ihres goldenen Mantels, wie durch einen Windstoß durcheinander gewirbelt, geben den Blick auf das grüne Innenfutter frei.

    Zur Linken der Gottesmutter steht die Heilige Maria Magdalena. Sie trägt einen sorgfältig über ihre Schultern gelegten Schleier, mit beiden Händen hält sie ein nach oben spitz zulaufendes, goldenes Salbungsgefäß.

    Der Flügelaltar aus der Sammlung Frey war anlässlich des 40jährigen Thronjubiläums von Kaiser Franz Joseph I. 1888 in Salzburg ausgestellt.


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