Aktuelle Exponate

Ein Auswahl unserer aktuellen Exponate


  • Herrengrunder Gefäße

    In dieser Vitrine der bergmännischen Schatz- und Wunderkammer im Bergbau- und Gotikmuseum Leogang sieht man einige der berühmten Herrengrunder Kupfergefäße.

    Gefertigt aus sogenanntem Zementkupfer, einem Zwischenprodukt bei der Gewinnung von Kupfer aus kupferarmen Erzen, wurden diese seltenen Kostbarkeiten nach dem Ort Špania Dolina, zu deutsch Herrengrund, wenige Kilometer nördlich von Banská Bystrica im slowakischen Erzgebirge, benannt.

    Hier entdeckte man im lokalen Kupferbergwerk 1605 eher zufällig den Vorgang der Zementation: werden Eisenstücke in Kupfersulfat-reiche Bergwässer gelegt, fällt durch Ionenaustausch elementares Kupfer aus. Man hielt das damals für ein Wunder und das dabei entstandene Zementkupfer wurde von Silber- und Kupferschmieden der Region zu allerlei Gefäßen verarbeitet, die anschließend feuervergoldet, zumeist mit eingravierten Sprüchen versehen und manchmal mit kleinen silbernen Bergbausymbolen ausgestattet wurden.

    Die Herrengrunder Kupfergefäße sind heute seltene und gesuchte montanhistorische Kostbarkeiten.


  • Christus als Auferstandener

    Zu den bedeutendsten Bildwerken des Schönen Stils in Österreich zählt die Figur des Schmerzensmannes, die sich früher in einer Wegkapelle auf dem Pfenningberg bei Linz befand. Die Figur ist aus Lindenholz gefertigt und entstand vermutlich um das Jahr 1400.

    1941 wurde sie aus der Sammlung Erlach in Linz unrechtmäßig für das geplante „Führermuseum“ von Adolf Hitler erworben, 1953 der Österreichischen Galerie in Wien übergeben. Nach der Restitution 2007 und der Versteigerung 2008 gelangte sie in die Sammlung Leopold.

    Mit der Bezeichnung „Schmerzensmann“ sind jene Andachtsbilder Christi gemeint, die den dornengekrönten, seine Wunden aktiv vorweisenden Heiland zeigen. Diese Darstellungen stehen nicht für eine Station im Passionsgeschehen, sondern sollen dem meditativ mitleidenden Gläubigen Erbarmen und Sündenvergebung verheißen.

    Die einmal vorhanden gewesene Dornenkrone fehlt, weshalb die Skulptur oft nur als „auferstandener Christus“ bezeichnet wird. Die Leidenshaltung Christi und der trauervolle Gesichtsausdruck sprechen jedoch dafür, dass es sich tatsächlich um einen Schmerzensmann, ein „imago pietatis“, ein „Erbarmensbild“, handelt.

    Die Christusfigur steht auf einer rechteckigen Plinthe, dem Sockel. Vorder- und Rückseite sind als gut komponierte Ansichtsseiten gestaltet, die Figur, geschaffen vom Meister von Großlobming, besitzt trotz ihrer Fassadenhaftigkeit eine erstaunliche Tiefe.

    Christus hat schmale, idealtypische Gesichtszüge, eine hohe Stirn, eine kräftige Nase, klagend geöffnete Lippen und große, traurig blickende Augen. Etwas gleichsam Entrücktes liegt in dieser Darstellung, die mit dem fast scheuen Vorweisen der Wundmale an den Händen übereinstimmt.

    Die Frage der kunsthistorisch genauen Einordnung des Schmerzensmannes ist hingegen nachwievor nicht genau geklärt. Nach Ansicht der meisten Forscher gehört die Skulptur zum Werkkomplex des sogenannten Meisters von Großlobming. Dieser verdankt seinen Namen einer Reihe von Steinfiguren, die sich früher in der Pfarrkirche von Großlobming in der Steiermark befanden.

    Bemerkenswert ist allerdings, dass der hölzerne Schmerzensmann vom Pfenningberg anhand seiner Stilkomponenten vor allem böhmisch beeinflussten Werken nahezustehen scheint. Darauf weisen nicht nur der schmale Kopf, die weit geöffneten Augen und das melancholische Sentiment der Figur, sondern auch der weiche Gewandstil und der schnitzerische Duktus des Pfenningberger Heilands.


  • Münzen aus Leoganger Silber

    Die Qualität des im Mittelalter im Leoganger Bergbau zu Tage geförderten Silbers war von hervorragender Qualität und wurde von den Salzburger Erzbischöfen, deren Erzstift Reichsstand und zugleich auch Münzstand des bayerischen Kreises war, zur Prägung von Münzen in Gold und Silber verwendet.

    Das Salzburger Münzwesen um 1500 ist eng mit einem Namen verbunden: Erzbischof Leonhard von Keutschach. Als er kurz vor 1500 an die Macht kam, war das heimische Münz- und Geldwesen total zerrüttet.

    Salzburg besaß riesige Gold- und Silbervorkommen, die zu den größten in Europa zählten. Trotzdem mangelte es im ganzen Land an Münzen, weil beinahe das ganze Edelmetall von einer Handelsgesellschaft nach Venedig verkauft wurde. Seit über 30 Jahren waren keine eigenen Münzen mehr geprägt worden.

    Es kam zwar Geld aus dem Ausland nach Salzburg, dieses reichte aber nicht aus, um die Bedürfnisse der Wirtschaft zu stillen. Leonhard von Keutschach musste handeln. Gegen großen Widerstand der mächtigen Handelsgesellschaft stellte er den Gold- und Silberexport ein. Das Salzburger Edelmetall ließ er fortan zu eigenen Münzen verarbeiten.

    In früheren Jahrhunderten hatte man in Salzburg fast nur kleine Silbermünzen geprägt. Man nannte sie Pfennige. Wenn jemand eine große Summe bezahlten wollte, musste er hunderte oder sogar tausende solcher Pfennige dafür verwenden. Das war sehr unpraktisch. Deshalb nutzten wohlhabende Leute auch Silberbarren oder ausländische Goldmünzen für große Zahlungen.

    Leonhard von Keutschach setzte dem ein Ende. Er führte ein modernes System mit unterschiedlich großen und unterschiedlich wertvollen Münzsorten aus Gold und Silber ein. Pfennige gab es weiterhin. Sie waren das Geld des kleinen Mannes.

    Für mittelgroße Zahlungen war der Batzen sehr beliebt. Ein Batzen hatte den Wert von 16 Pfennigen. Für noch größere Zahlungen konnte man unter anderem Goldgulden verwenden. Ein Goldgulden war so viel wert wie 240 Pfennige. Das entsprach dem Wochenlohn eines Herrenhäuers im Bergbau. Nur wenige Menschen hatten eine solche Goldmünze jemals in der Hand.

    Die berühmteste Münze Leonhard von Keutschachs aber it der Rübentaler, die erste Salzburger Groß-Silbermünze im Wert eines Goldguldens. Der Erzbischof verwendete seine Rübentaler nicht für Zahlungen, sondern als Geschenkstücke. Warum heißt der Rübentaler eigentlich so? Sein Name kommt von der Rübe im Wappen des Erzbischofs. Dieselbe Rübe findet man auch auf allen anderen Münzen von Leonhard von Keutschach.

    In der Salzburger Münze entstanden ab dem Mittelalter hochwertige Medaillen und Münzen, die überall im Reich begehrt waren. Namhafte Medailleure wie Peter und Paul Seel, Philipp Heinrich Müller, Philipp Christoph Becker, Georg Raphael Donner und Generationen der Familie Matzenkopf schufen Medaillen und Münzen, die sich weit über die Grenzen Salzburgs hinaus einen exzellenten Ruf erwarben und auch heute noch bei Auktionen Spitzenpreise erzielen.


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