Aktuelle Exponate

Ein Auswahl unserer aktuellen Exponate


  • Nautilus Pokal

    Ab der frühen Neuzeit begannen Adelige und vermögende Bürger sogenannte Kunst- und Wunderkammern einzurichten. Bei diesem Sammlungskonzept aus der Frühphase der Museumsgeschichte wurden Objekte unterschiedlichster Herkunft und Funktion nebeneinander zur Schau gestellt. Darunter waren mathematisch-physikalische oder chirurgische Instrumente ebenso, wie seltene Gläser, Porzellan und exotische Naturobjekte.

    Ziel einer solchen Wunderkammer war selbstverständlich nicht nur das repräsentative Sammeln, sondern auch die Zur-Schau-Stellung als Sammlerpersönlichkeit. Dafür wurden mitunter horrende Summen aufgewendet.

    Der Nautilus Pokal des Bergbau- und Gotikmuseums Leogang war Teil der Salzburger Sammlung einer solchen Kunst- und Wunderkammer. Hier wurde ein sogenannter Nautilus Pompilius zur Herstellung eines repräsentativen Deckel-Pokals gestaltprägend eingesetzt.

    Der Nautilus Pompilius, auch das „Gemeine Perlboot“ oder „Schiffsboot“ genannt, ist ein Kopffüßer aus der Familie der Perlboote, die im Pazifischen Ozean weit verbreitet ist.

    Das Gehäuse des Nautilus Pompilius besitzt bis zu 40 Kammern mit einer glatten, dünnwandigen, zumeist weißen Oberfläche und kann einen Durchmesser von bis zu 30 cm erreichen.

    Das Tier bewohnt die äußerste Kammer, die sogenannte Wohnkammer. Die restlichen Kammern werden über einen mit Blutgefäßen durchzogenen Fortsatz, den Siphunculus, mit einem Gasgemisch angereichert. So reguliert der Nautilus Pompilius den Auftrieb seines Gehäuses im Wasser. Die Schale verträgt einen Druck von bis zu 60 bar, was einer Meerestiefe von 600 Metern entspricht.

    Um die als geheimnisvoll erachtete, natürliche Qualität des Nautilus Pompilius gebührend zur Geltung zu bringen, wurde das Gehäuse bis auf die innere Perlmuttschicht abgeschält. Von dieser muss wohl aufgrund der damaligen Beleuchtungssituation bei Kerzenlicht ein besonderer Effekt von geradezu mystischer Wirkung ausgegangen sein. Entsprechend aufwendig wurde daher auch die künstlerische Fassung in vergoldetem Silber ausgeführt.

    Über einer kelchartigen Konsole befindet sich die Figur eines springenden Hirsches. Der Hals des Tieres wird von einem Pfeil durchbohrt, gleichzeitig stützt sich der Hirsch mit den Vorderbeinen auf einen leeren Wappenschild. Das Gehäuse des Nautilus Pompilius wird über dem Fuß des Pokales von einer ebenfalls in vergoldetem Silber ausgeführten Figur einer Meerjungfrau gehalten.

    Der stilistische Befund legt eine Entstehung um 1610 zur Regierungszeit des Salzburger Fürsterzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau ebenso nahe wie das Beschauzeichen am Sockel des Pokals auf die Werkstatt des Salzburger Meisters Michael Feuchtmayr verweist.


  • Porträts von Salzburger Exulanten

    Der Marsch der in Jahren 1731 und 1732 vertriebenen Salzburger Emigranten von Salzburg nach Ostpreußen hat in den deutschen Fürstentümern großes Aufsehen erregt. Und fand auch seinen Niederschlag in der bildenden Kunst.

    Die zwei Porträts zeigen einen Mann und eine Frau in typischer Salzburger Tracht.

    Der Mann hat in der rechten Hand ein Gebetsbuch, in dem man sogar die Bibelstellen erkennen kann. In der linken Hand trägt er einen Wanderstock, auf dem Rücken eine große Holzkiste, wo die wichtigsten Dinge des Lebens verwahrt werden, die die Emigranten auf ihrem langen Marsch brauchen. Und selbst die Details sind genau herausgearbeitet: am Hosenträger kann man die Initialen von Vor- und Zunamen des Mannes erkennen.

    Die Frau trägt ihr Kind, das durch ein Leinentuch gehalten wird, auf dem Rücken. In der linken Hand hat sie, ebenso wie der Mann, ein Gebetsbuch, in der rechten einen Wanderstock. Darüber ist das Bild signiert mit „Salzburger Ausgang Anno Domini 1732“.

    Der genaue Herkunftsort der beiden Porträts ist unbekannt.


  • Bild Burg Lichtenberg

    Die genaue Entstehung der Burg Lichtenberg bei Saalfelden ist unbekannt, 1281 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt. Die Burg, die imposant auf einem Felsenvorsprung des Steinernen Meers rund 60 Meter über Saalfelden thront, diente ab Ende des 13. Jahrhunderts als Sitz eines adeligen erzbischöflichen Beamten, der von hier aus das sogenannte Pfleggericht Saalfelden-Lichtenberg verwaltet.

    1526 wurde die Burg durch einen Bauernaufstand zerstört, und wurde in folgenden Jahrzehnten von der Gerichtsgemeinde Saalfelden wieder aufgebaut. Im Zuge dessen erhielt sie auch den mächtigen Rundturm im Südwesten.

    Als die erzbischöflichen Pfleger ihren Sitz Anfang des 18. Jahrhunderts ins Tal verlegten, diente die Burg nur mehr als Wohnstätte eines leitenden Forstbeamten. Das Gebäude verfiel zusehends und wurde 1870 für 8340 Gulden, umgerechnet etwas über 50.000 Euro Adolf Ritter Weiß von Teßbach versteigert. Unter der Adelsfamilie Weiß von Teßbach bekam Schloss Lichtenberg sein heutiges Aussehen und befindet sich noch heute in deren Besitz.

    Das Bild Michael Hofers zeigt hinter Burg Lichtenberg im Westen das Leoganger Tal mit den hochaufragenden Leoganger Steinbergen, im Süden das Zeller Becken mit den dahinterliegenden Hohen Tauern. Der Blick nach Osten in das Urslautal mit dem Walfahrtsort Maria Alm rundet diese gewaltige Sicht ab. Etwas oberhalb der Burg befindet sich am Fuße eines hohen Kalkfelsens die heute noch bewohnte Einsiedelei St. Georg am Palfen.

    Michael Hofer, der auch auf diesem Bild seinen meisterhaften Umgang mit Farben, Licht, Schatten und Perspektive beweist, hat hier ebenfalls Öl auf Karton verwendet und sein Werk rechts unten mit „M. Hofer“ signiert. Das Bild ist eine Leihgabe aus einer Salzburger Privatsammlung.


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