Thurnhaus - mittelalterlicher Turm

Thurnhaus - mittelalterlicher Turm

Das Thurnhaus, wie der Name schon darauf hinweist, war ein mittelalterlicher Wohn- und Wehrturm an der Westgrenze von Salzburg unterhalb des Passes Grießen. Der mittelalterliche Bau wurde lange Zeit als Wohn- und Wehrturm und später als Getreidespeicher der Bergknappen verwendet und ist nun das Zuhause für mittelalterliche Sammlungen von Weltgeltung.

In Hütten ist das Leoganger Tal am engsten und am leichtesten zu kontrollieren. Das war entscheidend für die Situierung des mittelalterlichen Wohn- und Wehrturms aus dem 12. Jahrhundert. Bis 1504 war die westliche Grenze bayrisch, ab 1504 tirolerisch und gehörte somit zu den Besitztümern Habsburg in Österreich. Der Bergbau blühte in Leogang auf.

Ursprünglich ist das Erz nach Schladming in die Steiermark und später in die damals neu errichtete Schmelzhütte, zwischen Thurnhaus und Gewerkenhaus, gebracht worden. Da die heimische Landwirtschaft nur für den Eigenbedarf ausgerichtet war, hat der Salzburger Erzbischof Sigismund von Schrattenbach im Thurnhaus einen Getreidespeicher, zur Versorgung der Bergknappen, eingerichtet.

1593 wurde das Bergverwalterhaus Hütten 10 neu errichtet. 100 Jahre später wurde beim Thurnhaus ein nordseitiger Anbau zur Unterbringung des Verwesers und an der Ostseite ein Wirtschaftsgebäude mit Stall und Scheune errichtet.

Mit dem Ende des selbstständigen Salzburgs und der Auflassung der Salzburger Bergwerke ging das Thurnhaus in Privatbesitz über. Lange Zeit gehörte es der Familie Dschulnigg, die gleichzeitig auch die Schmiede gegenüber vom Hüttwirt betrieben hat.

In Form einer Erbschaft ging das Haus an die Familie Schmuck vom Forsthofgut. 1973 hat es die Familie Josef und Anna Danzl käuflich erworben und darin 5 Ferienwohnungen eingerichtet.

2013 konnte der Bergbaumuseumsverein Leogang, dank großherziger Sponsoren, dieses geschichtsträchtige Objekt erwerben, welches von September 2017 bis Dezember 2018 einer gelungenen, denkmalgerechten Sanierung unterzogen wurde. Erwähnenswert ist die unterirdische Verbindung zwischen dem Gewerkenhaus und dem Thurnhaus. Der neue Haupteingang ist an der Südseite des Thurnhauses, in dem nun 4 Stockwerke mittels eines Liftes barrierefrei erschlossen wurden.

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