Viechtauer Vögel zu Gast in Leogang
Viechtau ist eine Landschaft am Traunsee im Salzkammergut. Über Jahrhunderte entstand hier die Tradition geschnitzter und bemalter Holzvögel. Aufgrund bitterer Armut hat Maria Theresia diesen Menschen das Privileg erteilt, die kunsthandwerklichen Erzeugnisse bei kostenloser Mitfahrt auf Handelsschiffen innerhalb der österreichischen Monarchie zu vertreiben.
Während die Schnitzarbeiten überwiegend von Männern ausgeführt wurden, oblag die farbliche Gestaltung häufig den Frauen. Vorwiegend wurden Vögel, zusätzlich aber auch Löffel und Schüsseln produziert.
Vor dem Hintergrund, dass ein erheblicher Teil der dargestellten Arten heute als ausgestorben oder stark gefährdet gilt, besitzen diese Objekte einen hohen dokumentarischen Wert für die heutige Ornithologie. Neben artspezifischen Merkmalen berücksichtigten die Schnitzer auch unterschiedliche Altersstadien der Vögel.
Das Handwerk der Vogelschnitzerei in Viechtau erreichte seine größte Ausdehnung im 19. Jahrhundert, bestand in diesem Umfang jedoch nur bis zum Ersten Weltkrieg. Infolgedessen kam es zu einem Nachfragerückgang, der letztlich zum Niedergang dieses Kunsthandwerks führte.
