Bergbaugeschichte

Vor allem im Mittelalter bildete der Bergbau die Grundlage der Wirtschaft. Über einen Zeitraum von 5.000 Jahren spannt sich der Bogen der Bergbaugeschichte des Landes Salzburg. Leogang und die angrenzende Tiroler Hofmark Pillersee (Pillerseetal) bilden eine der ältesten und bekanntesten Bergbau-Regionen. Erstmals 1425 wird der Bergbau urkundlich erwähnt. Der bedeutendste Bergbau lag im Schwarzleotal. In der Blütezeit förderten 60 Knappen 62.876 Zentner Erz pro Jahr. Verhüttet wurde es u. a. im Ortsteil Hütten. Bereits 1542 gab es dort eine Schmelzhütte. Das Verwalterhaus, der Gasthof und die Kapelle bestehen noch heute.

Die berühmten Salzburger Silbertaler wurden vom Salzburger Pfennigmeister aus dem hochwertigen Silber geprägt. Berühmt in ganz Europa wurde Leogang im 18. Jahrhundert für seinen Reichtum an Nickel- und Kobalterzen. Kobalt diente zur Herstellung von Blaufarben u. a. für die Glashütten in Murano (Venedig). Anfang des 19. Jahrhunderts sollte ein Kommissär Matthäus Mielichhofer die Qualität des Metalls verbessern und die Arbeit rationalisieren. Doch auch er konnte die erstmalige Schließung des Betriebes im Jahre 1831 nicht verhindern. Der Betrieb wurde bis Ende des 1. Weltkrieges mehrmals wieder aufgenommen.

Im Jahre 1870 erlebte der Bergbau mit dem finanzstarken Metallfabrikanten Ing. Karl Krupp eine nochmalige kurze Blüte. Die Entdeckung der billigen neukaledonischen Erze bedeutete das Ende für den Bergbau. Erfolglos blieben auch jahrzehntelange Versuche, geeignete Finanziers für eine Wiederaufnahme zu interessieren. Als besondere Fügung des Schicksals empfanden die Leoganger deshalb, als der Geologe Dr. Theodor Ohnesorge auf der Inschlagalm ein bedeutendes Magnesit-Vorkommen entdeckte, das von 1936 bis 1970 abgebaut und im Magnesitwerk Hochfilzen verhüttet wurde.

Knappenleben

Obwohl in der Bergordnung von Erzbischof Matthäus Lang aus dem Jahre 1532 die Arbeitszeit geregelt wurde, das Jahr 35 Feiertage zählte und für Unfall und Krankheit vorgesorgt war, blieb das Leben der Bergknappen hart und karg. 6 1/2 Schichten zu je 8 Stunden pro Woche arbeiteten die Knappen im Berg - mit Schlägel und Eisen, mit Keilen und Brecheisen. Konnte der Fels dennoch nicht gelöst werden, so verwendete man die uralte Methode des Feuersetzens. Dies war nicht nur gefährlich, sondern auch durch die Rauchentwicklung äußerst ungesund.

Jeden Tag mussten die Eisen erneuert werden. Dies zeigt schon wie hart gearbeitet wurde. Dennoch konnten täglich nur wenige Zentimeter des Steins bezwungen werden. Als man die Erzvorkommen noch nicht mit geowissenschaftlichen Methoden ausfindig machen konnte, war die Ausbeute der harten Arbeit zudem sehr ungewiss. Die Knappen bauten auf überlieferte Fundregeln, bedienten sich Wünschelruten und setzten ihr Vertrauen in die Hilfe Gottes.