Hoyer Stube

Die lutherische Lehre hatte sowohl unter den Bergknappen als auch unter den kapitalkräftigen Gewerken zahlreiche Anhänger gefunden. Diesem Beispiel folgten auch die Pinzgauer Lutheraner, die im Pfleggericht Lichtenberg (Saalfelden), und besonders unter den Bergknappen und Hüttenarbeitern Leogangs, stark vertreten waren. Ihre politischen Führer, die Gebrüder Hans und Bartl Hoyer, brachten Leogang den Ruf ein, der „ärgste Ketzerherd“ zu sein.

Am 11. November 1731 wurde das Emigrationsedikt verkündet, kraft dessen alle diejenigen des Landes verwiesen wurden, die dem evangelischen Glauben angehörten. Von den insgesamt 20.000 Vertriebenen traf das Edikt in der Pflegschaft Saalfelden 646 Personen, wobei die genaue Anzahl der Emigranten aus Leogang nicht bekannt ist. Aufnahme fanden die Salzburger Glaubensflüchtlinge in Ostpreußen und Holland, einige wanderten sogar nach Nordamerika aus.